Die Entwicklung von Thyssenkrupp in den letzten fünf Jahren gleicht einer dramatischen Saga aus tiefgreifenden Umbrüchen, strategischen Neuausrichtungen und dem verzweifelten Kampf um Rentabilität und Zukunftssicherung. Von einer tiefen Krise gezeichnet, hat der deutsche Industriekonzern eine beispiellose Transformation eingeleitet, die das Unternehmen von Grund auf verändert hat.
Die Achterbahnfahrt der Aktie und die strategische Neuausrichtung
Die letzten fünf Jahre, grob von Anfang 2019 bis heute, waren für Thyssenkrupp von extremer Volatilität und fundamentalen Veränderungen geprägt. Der Konzern, einst ein Symbol deutscher Ingenieurskunst, stand am Scheideweg.
Die Performance der Thyssenkrupp-Aktie (TKA.DE)
Betrachtet man den Verlauf der Thyssenkrupp-Aktie in den letzten fünf Jahren, so zeigt sich ein Bild extremer Schwankungen. Anfang 2019 notierte die Aktie noch in einem Bereich, der die damaligen Schwierigkeiten bereits widerspiegelte, war aber noch weit entfernt von den Tiefstständen, die sie im Zuge der COVID-19-Pandemie und der tiefen Strukturkrise des Konzerns erreichen sollte. Die Aktie stürzte im Jahr 2020 massiv ab und erreichte historische Tiefpunkte, als die Unsicherheiten über die Zukunft des Konzerns und die Auswirkungen der Pandemie ihren Höhepunkt erreichten.
Die anschließende Erholung war maßgeblich durch die Veräußerung des Aufzugsgeschäfts getrieben, die dem Konzern dringend benötigte Liquidität zuführte und die Schuldenlast reduzierte. Diese positive Dynamik konnte jedoch nicht dauerhaft aufrechterhalten werden. Makroökonomische Gegenwinde wie die Energiekrise, hohe Rohstoffpreise und die allgemeine Konjunkturschwäche bremsten die Erholung immer wieder aus. Die Aktie bewegte sich in den Folgejahren in einer breiten Spanne, gekennzeichnet durch Phasen der Hoffnung auf eine erfolgreiche Transformation und Phasen der Ernüchterung angesichts anhaltender Herausforderungen. Die Anlegerstimmung blieb volatil, geprägt von den Fortschritten bei der Restrukturierung und den Belastungen durch zyklische Geschäftsbereiche wie den Stahl.
Der Verkauf des Aufzugsgeschäfts: Ein Wendepunkt
Der wohl entscheidendste strategische Schritt in den letzten fünf Jahren war der Verkauf der hochprofitablen Aufzugssparte (Thyssenkrupp Elevator Technology) im Juli 2020 für rund 17,2 Milliarden Euro an ein Konsortium unter Beteiligung von Advent International und Cinven. Dieser Mega-Deal war existenziell notwendig. Ohne ihn wäre Thyssenkrupp unter der enormen Schuldenlast und den Pensionsverpflichtungen kollabiert. Der Erlös ermöglichte es, die Bilanz zu sanieren, Pensionsverpflichtungen zu reduzieren und dringend benötigte Investitionen in die verbleibenden Geschäftsbereiche zu tätigen. Gleichzeitig verlor Thyssenkrupp damit jedoch seinen größten und stabilsten Ertragsbringer, was die Abhängigkeit von den zyklischen und kapitalintensiven Geschäftsfeldern erhöhte.
Finanzielle Entwicklung und Kennzahlen
Die finanzielle Entwicklung in den letzten fünf Jahren ist ein Spiegelbild der tiefgreifenden Restrukturierung und der externen Schocks.
Umsatz- und Gewinnentwicklung: Von tiefroten Zahlen zur Stabilisierung
Die Jahre 2019 und 2020 waren von massiven Verlusten geprägt. Besonders das Geschäftsjahr 2019/2020 (endend September 2020) schloss Thyssenkrupp mit einem Nettoverlust in Milliardenhöhe ab, was die Dringlichkeit des Elevator-Verkaufs unterstrich. Nach dem Verkauf des Aufzugsgeschäfts und einer ersten Erholung der Weltwirtschaft konnte Thyssenkrupp in den Geschäftsjahren 2020/2021 und
