Die Frage, ob ein Unternehmen in kontroversen Sektoren wie Rüstung, Tabak oder Glücksspiel investiert ist, gewinnt für Anleger zunehmend an Bedeutung. Insbesondere im Kontext von Environmental, Social, and Governance (ESG)-Kriterien kann eine solche Verwicklung erhebliche Auswirkungen auf die Wahrnehmung, die Investierbarkeit und letztlich auch auf die Bewertung einer Aktie haben. Bei der Berentzen-Gruppe (Symbol: BEZ.DE), einem Traditionsunternehmen der deutschen Spirituosenbranche, stellt sich diese Frage ebenfalls. Eine genaue Betrachtung des Geschäftsmodells ist unerlässlich, um hier Klarheit zu schaffen.
Das Kerngeschäft der Berentzen-Gruppe: Fokus auf Genussmittel
Die Berentzen-Gruppe ist seit ihrer Gründung im Jahr 1758 tief in der Produktion und dem Vertrieb von alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken verwurzelt. Das Unternehmen, das ursprünglich als kleine Kornbrennerei begann, hat sich zu einem namhaften Akteur im europäischen Getränkemarkt entwickelt. Ihr Portfolio umfasst eine breite Palette an Produkten, die primär dem Genuss und der Erfrischung dienen:
- Spirituosen: Hierzu zählen bekannte Marken wie der Berentzen Apfelkorn, Puschkin Wodka, Doornkaat und Bommerlunder. Das Sortiment reicht von Likören über Kornbrände bis hin zu Wodka und Kräuterlikören. Diese Produkte werden sowohl im Inland als auch international vertrieben.
- Alkoholfreie Getränke: Unter der Marke „Mio Mio“ bietet die Berentzen-Gruppe eine Reihe von Erfrischungsgetränken an, die sich insbesondere an jüngere Zielgruppen richten.
- Fruchtsäfte und -getränke: Die Marke „Citrocasa“ bedient den Bereich der frisch gepressten Säfte.
- Lohnabfüllung: Ein signifikanter Teil des Geschäftsmodells ist die Lohnabfüllung für Dritte, bei der Berentzen seine Produktionskapazitäten und Expertise anderen Getränkeherstellern zur Verfügung stellt.
Aus dieser Kernbeschreibung wird bereits ersichtlich, dass das operative Geschäft der Berentzen-Gruppe eindeutig im Bereich der Getränkeherstellung
